1944 – Verwaltungskarte des Deutschen Reichs

Ein dunkles Kapitel der deutschen Geschichte. Hier sehen Sie eine Verwaltungskarte aus dem Jahr 1944, vom gesamten Deutschen Reich, wie es die Nazis gerne gesehen haben und die zu diesem Zeitpunkt schon nichts mehr Wert war, stand Nazideutschland schon vor der Niederlage im 2. Weltkrieg. Alle Provinzen (Gaue) mit ihren Kreise sind hier auf dieser riesigen Landkarte des Reichs zu lesen.

Verwaltungskarte des Deutschen Reichs 1944
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Politische Extravaganzen des 2. Weltkrieg sieht man in dieser umfangreichen Verwaltungskarte reichlich. Die Niederlande sind das Reichskomissariat Niederlande. Belgien und Frankreich gehören dem Reichskommissariat Belgien und Nordfrankreich an. Dabei wird ein schmaler Streifen von Nordfrankreich, von Dünkirchen bis Lille zu Belgien gezählt. Eupen und Malmedy gehören zum Gau Köln-Aachen. Luxemburg wurde dem Deutschen Reich angeeignet und gehört zum Gau Moselland.

Belgien und Luxemburg 1944

Das Saarland sowie Lothringen und das Elsass, ein ewiger Zankapfel zwischen Frankreich und Deutschland, bis zum 2. Weltkrieg, sind, wie Luxemburg zum Moselland, einfach in die Gaue Westmark und Baden eingegliedert worden. Französische Namen und eine Eigenständigkeit sind Vergangenheit.

Elsass und Lothringen 1944

Italien hat sich die französische Provinz Savoyen angeeignet sowie Teile von Kroatien und Slowenien. Aber auch in Italien gibt es 1944 schon “Operationszonen” der Deutschen Wehrmacht und den Nazis. Durch den Einmarsch der Deutschen Wehrmacht auf den Balkan sind Gebiete mit Namen Oberkrain und Untersteiermark, mit Malibor, im heutigen Slowenien, zu den österreichischen Gauen Kärnten und Steiermark zugesprochen worden. Nebenbei ist zu erwähnen, dass Lienz zu Kärnten und nicht wie heute zu Tirol gehört.

Slowenien und Norditalien 1944

Tschechien wurde vor dem 2. Weltkrieg, durch den Wegfall des Sudentenland, schon viel Land genommen. Während des Krieges wurde das restliche Tschechien, Böhmen und Mähren, in die Gaue Sudenland, Bayreuth, Oberdonau und Niederdonau aufgeteilt. Tschechien wurde aufgeteilt und aufgelöst.

Tschechien 1944

Das heutige Polen ist 1944 zum großen Teil ein riesiges Gebiet von verschiedenen deutschen Gauen, die vor dem 2. Weltkrieg noch deutlich kleiner waren. Polen wurde zwischen der Sowjetunion im Osten und dem Deutschen Reich im Westen aufgeteilt. Hier wurde von Deutschland und der Sowjetunion die dort lebende polnische Bevölkerung in das “Arbeitsbereich Generalgouvernement” mit Warschau, Lubin, Radom, Krakau und Lemberg zusammengepfercht und unterdrückt. Das Generalgouvernement sieht nicht nur auf der dieser Verwaltungskarte so aus, als wäre es ein Gefängnis, ohne Ausweg.

Auch die vor dem 2. Weltkrieg zu Polen gehörende Provinz Bialystok ist eine Verwaltungseinheit des deutschen Reiches. Im Gegensatz zum restlichen Polen wurde dieses Gebiet wie das Generalgouvernement nicht dem deutschen Reich eingegliedert sondern gehörte Deutschland nur Verwaltungstechnisch an. Das restliche westliche Polen wurde unter diversen Gauen aufgeteilt. Das Wartheland entstand, wo viele deutsche Siedler die dort lebenden Polen vertrieben.

Bialystok 1944

Zu guter letzt fallen diverse Bezeichnungen auf. Mit dem Ostland wurden Gebiete von Litauen, Lettland und Estland bezeichnet. Das Generalkommissariat Weißrtuthenien ist mit dem heutigen Weißrussland gleichzusetzen. Wolhynien dürfte mit der heutigen Ukraine gleichzusetzen sein. Alle diese Gebiete wurden von der deutschen Wehrmacht erobert.

Alles in allen ist eine solche Verwaltungskarte von Deutschland war erschreckendes. Nur ansatzweise sieht man den perfiden und systematischen Plan der Nazis an, mit was für einer Brutalität man hier Länder und Gebiete angeeignet und verändert hat. Das dies erst 65 Jahre her ist, kann man sich kaum vorstellen.

Diverse Verwaltungskarten von 1944

Quelle: Wikipedia / Exec